Ich hatte Dich lieb

 

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst meine Leine … was war ich glücklich: Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub – Hurra!

Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten. Die Autotür ging auf und Du hast – wie so oft – einen Stock für mich geworfen.

Ich lief und lief, bis ich den Stock endlich gefunden hatte, nahm ihn zwischen meine Zähne und lief zurück, um Dir den Stock zu bringen.

Als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da!

In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu suchen. Aber ich konnte Dich nicht finden und ich wurde dabei immer schwächer. Ich hatte dabei große Angst und noch mehr Hunger.

Irgendwann kam ein fremder Mann, legte mir eine Drahtschlinge um den Hals und nahm mich mit. Kurz darauf fand ich mich in einem Metallkäfig wieder und dort wartete ich sehr lange auf Deine Rückkehr.

Aber Du bist nicht gekommen, um mich nach Hause zu holen!

Irgendwann wurde mein Käfig geöffnet … Nein, Du warst es nicht. Es war der Mann, der mir die Drahtschlinge um den Hals gelegt hatte. Er brachte mich in einen unfreundlichen, kalten Raum, in dem es seltsam roch:


Es roch nach Tod!
Meine Stunde war gekommen.

Geliebtes Herrchen:
Ich will, dass Du weißt, dass ich mich trotz allen Leidens,
das Du mir angetan hast, immer noch gern an Dein Bild erinnere.
Und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte:
Ich würde auf Dich zulaufen, denn:

„Ich hatte Dich lieb“

 

(Friedrich Rückert)


Diese traurige Geschichte stammt aus einer belgischen Zeitung - von einem Menschen, der sich sicher sehr viele Gedanken um die Moral unserer Gesellschaft gemacht hat - mit der Bitte, sie zu verbreiten. Dieser Bitte kommen wir an dieser Stelle gerne nach. Vielleicht erspart sie dem einen oder anderen Vierbeiner ein ähnliches Schicksal.