Endoskop.jpg

Unter Endoskopie versteht man ein optisches Verfahren, mit dem Körperhöhlen und Hohlorgane untersucht, behandelt und minimal-invasiven chirurgischen Eingriffen unterzogen werden können. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „von innen betrachten“.


Man spricht bei diesem technischen Verfahren auch von „Spiegelung“, zum Beispiel „Darmspiegelung, Magenspiegelung, Blasenspiegelung“ usw.

 

Die für die Endoskopie notwendigen Geräte werden folgerichtig als Endoskope bezeichnet. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl verschiedener solcher Geräte, die jedoch technisch alle ähnlich aufgebaut sind:

Sie setzen sich zusammen aus einer Beleuchtungseinrichtung mit Kaltlicht und einem optischen System (Kamera). Kaltlicht kommt deswegen zum Einsatz, um Hitzeschäden an den zu untersuchenden Organen zu vermeiden. Die Lichtquelle an der Spitze des Endoskops wird über die Kamera zum untersuchenden Arzt bzw. auf einen angeschlossenen Bildschirm geleitet. Man spricht hierbei dann von der Videoendoskopie.

Neben der Beleuchtungseinrichtung und der Kamera verfügen die meisten Endoskope über Spül- und Absaugvorrichtungen sowie über einen Arbeitskanal, über den unterschiedliche Instrumente wie z.B. sog. Biopsiezangen (Gerät zur Entnahme von Gewebeproben), Fasszangen (zur Entfernung von Fremdkörpern) oder Schlingen (beispielsweise zur Entfernung von Polypen) eingeführt werden können.

Bei der Vielzahl der unterschiedlichen Endoskope unterscheidet man grob zwei verschiedene Varianten: starre und flexible Endoskope.

Die flexiblen Endoskope kommen überall dort zum Einsatz, wo man mit den starren Endoskopen nicht hingelangen kann, z.B. bei der „Magenspiegelung“.

Die flexiblen Endoskope sind zudem in der Regel mit einer Vorrichtung ausgestattet, die es dem Arzt erlaubt, das vordere Ende des Endoskops über Drehregler so zu bedienen, dass der Blickwinkel in vier Richtungen jeweils bis zu 180 Grad veränderbar ist, was die Untersuchung des betreffenden Organs sehr erleichtert.

Eine endoskopische Intervention selbst ist in der Regel mit sehr geringen Risiken verbunden. Außer bei der Otoskopie (Untersuchung des Ohres) ist bei Tieren – im Gegensatz zum Menschen – zu einem derartigen Eingriff eine Narkose notwendig. So gilt es, gegebenenfalls vor einer Endoskopie die Narkosefähigkeit eines Patienten zu überprüfen.

Je nach anstehender Untersuchung sind weitere Aspekte im Vorfeld zu beachten. So sollte beispielsweise bei einer Gastroskopie (s.u.) darauf geachtet werden, dass der Patient mindestens zwölf Stunden vor dem Eingriff nichts mehr zu fressen bekommt, da ein noch im Magen vorhandener Nahrungsbrei ein vernünftiges endoskopisches Arbeiten unmöglich machen würde.

Ein Endoskop kommt unter anderem typischerweise zum Einsatz bei Untersuchungen und Behandlungen an:

·         Ohren (Otoskopie)

·         Nase (Rhinoskopie)

·         Rachen (Pharyngoskopie)

·         Kehlkopf (Laryngoskopie)

·         Luftröhre und Bronchien (Bronchoskopie)

·         Speiseröhre (Ösophagoskopie)

·         Magen (Gastroskopie)

·         Dickdarm (Rekto-, Prokto-, Koloskopie)

·         Harnblase (Cystoskopie)

·         Scheide (Vaginoskopie)